Aufgaben und Ziele
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Naturparke sind Landschaften voller Leben. Sie sind großräumige Erholungsbereiche und wichtige Ausgleichsflächen für die in den Ballungsräumen lebenden Menschen. Zusätzlich sind sie Arbeits- und Wirtschaftsraum für die dort lebende ländliche Bevölkerung.
Der ursprüngliche Ansatz der Naturparke war die Entwicklung vorbildlicher Erholungslandschaften. Wichtige Inhalte dabei sind, dem Menschen die Begegnung mit der Natur zu ermöglichen und ihn Schönheit und Charakter der Landschaft erleben zu lassen.
Die Sicherung der landschaftsangepassten Erholung und der Ausgleich von Konflikten zwischen Naturschutz und Erholung spielt in den Naturparken nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Vielzahl der Naturpark-Projekte z.B. in den Bereichen Wandern, Radfahren, Klettern oder Mountainbiking in den vergangenen Jahren stellt dies unter Beweis.
Hinzu kommt eine Reihe neuer Aufgaben. Zunehmend setzt sich die Überzeugung durch, dass die Landschaften für die Erholungssuchenden nur erhalten werden können, wenn es gelingt, für diese Landschaften Instrumente nachhaltiger Bewirtschaftung zu entwickeln.
Schutz durch Nutzung ist eines der zentralen Ziele der Naturparke. Diese werden damit zu Instrumenten der Entwicklung des ländlichen Raumes und setzen in immer größerem Umfang Projekte zur Stärkung der regionalen Identität oder auch der nachhaltigen Nutzung und Vermarktung bäuerlich erzeugter regionaler Produkte um.
2005 stellt das Land den Naturparken voraussichtlich rund 1,4 Mio. Euro zur Verfügung. Einschließlich EU-Mittel und Eigenleistungen der Antragsteller wird damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von weit über 5 Mio. Euro erreicht. Damit schaffen es die Naturparke insgesamt rund 600 Projekte im ländlichen Raum Baden-Württembergs anzustoßen. Als Beispiele seien hier nur genannt:
- Anlage einer Waldbühne (Verbindung Kultur-Natur)
- Direkte Biotoppflegemaßnahmen (Bachläufe, Auerwildbiotope)
- Vermarktung bäuerlich erzeugter, regionaler Produkte (Bauernmärkte, Naturpark-Wirte)
- Projekte im Bereich des landschaftsbezogenen nachhaltigen Tourismus (Wandern; Mountainbiking; Nordic-Walking)
- Natur- und Umweltbildung / Naturerlebnis (Erlebnis-/Wildniswege; Informationssysteme)
Diese Beispiele verdeutlichen die Fantasie in den Naturparken aber auch die Gesamtwertschöpfung, die durch die Naturparke erreicht werden kann.
Auf europäischer Ebene wird die Bedeutung der Naturparke für die Regionalentwicklung anerkannt. So hat die Europäische Kommission mit der Genehmigung des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2000-2006 die Naturpark-Förderung als geeignetes Entwicklungsinstrument für den ländlichen Raum bestätigt.
Um die Bedeutung der Naturparke moderner Prägung in diesem Bereich zu verdeutlichen und insbesondere die Potentiale aufzuzeigen, haben die sieben baden-württembergischen Naturparke am 07.07.2005 auf dem Ruhestein die „Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Naturparke" gegründet.
Die sieben Naturparke treten gemeinsam dafür ein, dass ihre Ziele im politischen Raum stärkeres Gehör und in der Bevölkerung größtmögliche Identifikation finden und sie zur Verfolgung ihrer Ziele neben den von den Mitgliedern erbrachten Eigenmitteln die zusätzlich erforderlichen Finanzmittel der öffentlichen Hand erhalten. Mit der Arbeitsgemeinschaft steht dem Land nun auch ein Partner zur Seite, der die Naturparkinteressen bei der Erstellung des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum 2007-2013 kompetent vertreten kann.
Die AG der Naturparke vertritt insbesondere folgende Positionen:
1. Die Kulturlandschaften der Naturparke können nur durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung erhalten werden.
Das probate Mittel hierzu ist „Schutz durch Nutzung". Dabei kommt der Vermarktung bäuerlich erzeugter, regionaler Produkte eine zentrale Rolle zu. Die Naturparke sind das ideale Förder- und Marketinginstrument, um diese Vermarktungsanstrengungen zu unterstützen.
2. Die Naturparke sind wichtige Impulsgeber und leisten direkte Beiträge zu einem nachhaltigen Tourismus. Dies gilt sowohl für die „klassischen" Erholungsformen wie Wandern und Radfahren, aber auch für neue Ideen und naturverträgliche Trendsportarten. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
3. Die Naturparke unterstützen die Pflege und Erhaltung unserer typischen Kulturlandschaften. Sie legen damit den Grundstein für die Attraktivität der Landschaften für Besucher und Bewohner.
4. Die Naturparke tragen zu einer regionalen Identität bei. Sowohl bei der Naturparkplanung als auch bei vielen Aktivitäten wird die Bevölkerung vor Ort einbezogen. In den Naturparken kann sich so ein „Wir-", ein „Heimatgefühl" entwickeln.
5. In den Naturparkvereinen arbeiten die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Interessensverbände zusammen, um gemeinsame Projekte für die Region umsetzen zu können. Unter Berücksichtigung der unter 1. - 4. genannten Punkte macht dies die Naturparke zu einem idealen Förderinstrument zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes.
6. Die Naturparke benötigen auch in der Zukunft eine angemessene Finanzausstattung, um die genannten Leistungen zu erbringen. Die Naturparkförderung hat gegenüber vergleichbaren Programmen folgende Vorteile:
- Die Abwicklung der Förderung erfolgt vergleichsweise unbürokratisch, effizient und mit minimalem Verwaltungsaufwand.
- Der in vielen Programmen geforderte „bottom-up"- Ansatz ist in vorbildlicher Weise verwirklicht: Die Mitglieder der Naturparkvereine, das heißt die Akteure vor Ort, entscheiden selbst über die jährlichen Maßnahmenprogramme.