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Aktion Schwarzspecht - Sozialer Wohnungsbau für Höhlenbewohner


Wer ihn noch nicht gesehen hat, hat ihn vielleicht schon gehört - der Schwarzspecht - ein nicht alltäglicher Vogel, ist im Boller Wald wieder häufiger zu sichten.

Mit seinem Meißelschnabel ist der Specht der Baumeister Nummer 1 im Vogelreich. Als einzige Vogelart zieht er seinen Nachwuchs in einer selbstgezimmerten Bäumhöhle auf, welche davor vom Weibchen gut inspiziert und entweder als geeignet oder ungeeignet bewertet wird. Deshalb baut der Specht viel mehr Bruthöhlen als er für seinen eigenen Nachwuchs  benötigt. Ohne seine leerstehenden Baumhöhlen, wären viele Waldbewohner, wie der Rauhfusskauz, Waldkauz und Hohltaube obdachlos. Auch andere Waldbewohner wie der Siebenschläfer, Hornissen und Marder richten ihre Wohnstuben gerne in Spechthöhlen ein. Zum Höhlenbau bevorzugt der Schwarzspecht alte Bäume, meist Buchen mit einem Brusthöhenumfang von 50cm und langen astlosen Stämmen.

 

Was können nun Forstleute tun um die Schwarzspechte im Wald zu halten?

 

Das Rezept ist einfach. Alte Bäume, vor allem Buchen stehen lassen! Als Faustregel kann gelten: alle hundert Meter einen geeigneten Höhlenbaum, also einen Baum mit mehr als 50cm Durchmesser stehen zu lassen. Genügend abgestorbene Bäume (sogenanntes Totholz) sowohl in stehender und liegender Form für den Specht’schen Speisezettel bestehen lassen.

 

<h2 style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Spechte unter sich – der Boller Hang</h2>

 

Auch im Waldgebiet „Boller Hang“ wurde auf unsere kleinen Mitbewohner Rücksicht genommen. Das Waldstück im Flora Fauna Habitat - Gebiet (FFH), ein Dauerwald in der Wachstumsphase mit Buchenaltbestandsrest  wurde auf Spechtbäume untersucht. Ca. 10 Bäume mit Spechthöhlen  wurden in diesem Bestand entdeckt. Damit bei der kommenden Winter geplanten Holzhauereimaßnahme „aus Versehen“ keine Höhlenbäume gefällt werden, wurden alle Exemplare mit roter Sprühfarbe markiert. Dabei konnte auch festgestellt das sowohl liegendes wie stehendes Totholz sehr umfangreich vorhanden ist.

 

Im Übrigen sind neben dem Schwarzspecht auch Grün- , Mittel-, und Buntspechte im Boller Wald unterwegs.

 

<h3 style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Bild: Totholz im Boller Hang, dass von Spechten intensivst bearbeitet wurde </h3>