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Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Erfolgreiches Tagesseminar zur Bodenbiologie 

Ein ungewöhnliches Bild bot sich kürzlich im Hofcafé Speck in Hirschfelden: Besucherinnen und Besucher aus nah und fern brachten Eimer voller Erde mit. Der Anlass war ein Seminartag rund um das Thema Boden. 

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald hatte zu einem Tagesseminar über Bodenbiologie und Pflanzengesundheit eingeladen und mit Arved Meinzer einen erfahrenen Referenten gewonnen. Die ausgebuchte Veranstaltung vermittelte praxisnahes Bodenwissen und Anregungen, wie sich der Zustand von Böden gezielt verbessern lässt, denn nur ein gesunder Boden bildet die Grundlage für vitale und widerstandsfähige Pflanzen. 

Zu Beginn stand das Zusammenspiel von Bodenbiologie, Bodenchemie und Bodenphysik im Fokus. Eine intakte Pflanzengesundheit erfordert ein vielfältiges Mikrobiom im Boden sowie eine ausgewogene Mineralstoffzusammensetzung und eine gute Bodenstruktur. Ein lebendiger, gut durchlüfteter Boden „atmet“, das heißt, er gibt nachts CO₂ ab, das den Pflanzen am Morgen als Nährstoff dient. 

Besonders anschaulich wurde es, als die Teilnehmenden die wichtigsten Bodenlebewesen nicht nur theoretisch kennenlernten, sondern auch unter dem Mikroskop beobachten konnten. Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen und Nematoden bilden gemeinsam ein komplexes Bodennahrungsnetz. Dabei zeigte sich, dass auch bei den oft kritisch betrachteten Nematoden die nützlichen Arten überwiegen. Entscheidend sind Milieu und Gleichgewicht, wobei insbesondere ein Verhältnis von Bakterien zu Pilzen von etwa 1:1. sowie ein Humusgehalt von mindestens drei Prozent von Bedeutung sind. 

Ein besonderes Augenmerk lag auf den Mykorrhiza-Pilzen im Wurzelbereich der Pflanzen. Sie vergrößern die Aufnahmefläche der Wurzeln erheblich und unterstützen die Pflanzen im Austausch gegen zuckerhaltige Wurzelausscheidungen bei der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Zwischenfrüchte wie Sonnenblume, Hafer, Sudangras, Flachs und Roggen können diese wertvollen Pilze gezielt fördern. 

Neben der Theorie spielte auch die Praxis eine wichtige Rolle: Die mitgebrachten Bodenproben von den Feldern der Teilnehmenden wurden gemeinsam analysiert und daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet. Zusätzlich wurde auf einem Acker eine spezielle Messung durchgeführt, um die Vitalität der Pflanzen zu beurteilen. 

Am Ende des Seminartages nahmen die Teilnehmenden zahlreiche neue Erkenntnisse und die Motivation mit, sich weiterhin intensiv mit dem Boden zu beschäftigen, um die Fruchtbarkeit ihrer Flächen nachhaltig zu verbessern und gesunde Pflanzen zu fördern. 

 

Bildnachweis: Naturpark SFW

 

Weitere Informationen: 
Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald e. V.
Projektkoordinatorin Beate Leidig
Telefon: 0 71 92 – 97 89 009
E-Mail:beate.leidig@naturpark-sfw.de
Homepage www.naturpark-sfw.de
Facebook www.facebook.com/naturparkSFW
Instagram www.instagram.com/naturparksfw


Dieses Projekt "Projektkoordination Humusaufbau in der Landwirtschaft" wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert. 
 

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