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Humusaufbau in der Landwirtschaft

Ein Projekt für den Klimaschutz in der Region

Hitze und Trockenheit wurden in den letzten Jahren zunehmend zum Problem für die Landwirtschaft. Einerseits leidet sie unter der veränderten Witterung, andererseits kann sie aber auch einen Beitrag dazu leisten, diesem zu begegnen. Ein Schlüssel dazu ist die Steigerung des Humusgehaltes in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Als Humus wird die fein zersetzte organische Substanz des Bodens bezeichnet, die unter anderem dessen Wasseraufnahmekapazität erhöht. Folglich ist das Wasser-Speichervermögen eines Bodens umso besser, je höher dessen Humusgehalt ist. Durch seine Eigenschaft, Kohlendioxid (CO2) im Boden binden zu können, ist Humus zudem klimarelevant. 

Weitere Effekte eines erhöhten Humusgehaltes sind eine verbesserte Nährstoffspeicherung und damit einhergehende Umweltschonung durch reduzierte oder ganz unterbundene Nährstoffauswaschung. Je höher der Humusgehalt des Bodens ist, desto besser ist dessen Puffer- und Filterfunktion. Er macht schwere Böden leichter und leichte Böden schwerer, verbessert die Pflanzengesundheit und bringt hochwertige Lebensmittel für Verbraucher hervor.

Humusaufbau fördert das Bodenleben, macht Böden resilienter gegenüber Wetterextremen, verbessert die Bodenfruchtbarkeit, erhöht die Ertragssicherheit und verringert die Produktionskosten. Alles das sind Gründe, weshalb sich der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald für die Humusanreicherung in der Landwirtschaft engagiert.  
 
Das Austausch- und Fortbildungsformat "Bodenprofi werden" bietet Landwirt:innen eine Plattform, um Erfahrungen zu bündeln und ihr Wissen über Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit zu erweitern. Dadurch bekommen sie nicht nur selbst neue Impulse für ihre Anbaupraktiken, sondern können auch Verbraucher:innen für die spannenden Zusammenhänge zwischen gesundem Boden, gesunden Pflanzen und gesunden Menschen begeistern. 


Hier finden Sie die Informationsbroschüre zum Projekt

  • Informationsbroschüre Humusaufbau in der Landwirtschaft

    Allgemeine Informationen zum Projekt


Veranstaltungsprogramm "Humusaufbau in der Landwirtschaft"

Terminänderungen, insbesondere bei wetterabhängigen vorläufig terminierten Veranstaltungen, sind vorbehalten!

Die Teilnahme an den Seminaren ist grundsätzlich kostenfrei. Andernfalls ist dies im Text vermerkt.

Anmeldung erbeten unter: beate.leidig@naturpark-sfw.de oder Telefon 0 71 92 / 97 89 009

 

Feldtag auf dem Landwirtschaftsbetrieb Michael Reber

Wir laden Sie herzlich zum gemeinsamen Feldtag des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald und des HumusKlimaNetz auf den Landwirtschaftsbetrieb Innovative Landwirtschaft Reber ein.  

Der Feldtag widmet sich speziell den auf Biogas und Tierhaltung zugeschnittenen Themen Humusaufbau durch Leguminosengemenge, Durchwachsene Silphie und Kleegras. Dabei werden ökonomische Daten und die Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit verknüpft und der zentralen Frage nachgegangen, ob gute Erträge und Humusaufbau tatsächlich im Widerspruch stehen.  

Schwerpunkte der Innovative Landwirtschaft Reber sind die Gesunderhaltung des Bodens sowie die Biomasseproduktion für die Biogasanlage. Um Alternativen zum klassischen Maisanbau hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Boden zu prüfen, wurden in einem vom Naturpark geförderten Versuch der GPS-Triticale die Gemengepartner Ackerbohne, Erbse sowie Wicke beigemischt. Im Rahmen des HumusKlimaNetz wurden mehrjähriges Kleegras und Durchwachsene Silphie angebaut. Diesen Kulturen werden mehrere positive Eigenschaften nachgesagt: Neben ihrem Potential zum Humusaufbau fördern sie auch die Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Aber halten sie auch in den ökonomischen Kennzahlen mit? 

 

Wann: 29. Mai 2026, 13:30 - 16:45 Uhr

Wo: Versuchsflächen bei Untermünkheim, Koordinaten: 49.150890, 9.721731, 74547 Untermünkheim

Theorie und Praxis der Aufbereitung von Gülle und Gärresten

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald lädt Landwirt:innen sowie weitere Interessierte zu einem praxisorientierten Nachmittag rund um die optimale Nutzung hofeigener Wirtschaftsdünger ein. Referent ist Friedrich Wenz, Pionier der regenerativen Landwirtschaft in Deutschland und einer der führenden Experten im Bereich Humusaufbau. 
Wer Gülle, Gärreste oder Mist zur Verfügung hat, kann damit langfristig die Bodenfruchtbarkeit verbessern – vorausgesetzt, bei Lagerung, Aufbereitung und Anwendung werden einige wichtige Kniffe beachtet. Ziel ist es, Wirtschaftsdünger so zu optimieren, dass sie die Bodenbiologie unterstützen und die Bildung von Huminstoffen sowohl während der Aufbereitung als auch im Boden fördern. 

Auf diese Weise sollen Böden aufgebaut werden, die Nährstoffe besser speichern, gegenüber Trockenheit widerstandsfähiger sind und sicherere Korn- und Futtererträge bei gleichzeitig hoher Futter- und Lebensmittelqualität ermöglichen. 

Zu den Programmhöhepunkten zählen ein kurzer Einblick in die Bodenchemie, Informationen zur Aufbereitung von Gülle und Gärresten durch fermentative Prozesse sowie deren Wirkung auf Bodenleben und Pflanzen. Zudem wird die Bedeutung von Wirtschaftsdüngern als zentraler Rohstoff für reduktive Kompostierungsverfahren sowie für die Bildung von Huminstoffen und deren positive Effekte im Boden verdeutlicht. 

Praxisnah wird es beim Vergleich der von den Teilnehmenden mitgebrachten Bodenproben sowie von aufbereiteter und unbehandelter Gülle. Besonders aufschlussreich sind dabei die mikroskopischen Einblicke in die Boden- und Gülleproben. 

Die Veranstaltung richtet sich an Landwirt:innen, Berater:innen und alle Interessierten, die praxisnah erfahren möchten, wie aus hofeigenen Wirtschaftsdüngern wertvoller Humus entsteht und Böden langfristig gestärkt werden. 


Wann: 18. Juni 2026, 14 - 17 Uhr  

Wo: Alter Stall im Schloss Gaildorf, Schloss-Straße 12, 74405 Gaildorf (Parkmöglichkeit auf dem Parkplatz an der Körhalle) 

Kosten: 20€ Teilnahmegebühr

Workshop

Böden fruchtbar und gesund zu erhalten, ist eine Herausforderung unserer Zeit. Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts Forscher im Amazonasgebiet erstmals eine als Terra Preta bezeichnete, äußerst fruchtbare Erde beschrieben haben, die in einer Zeit der indianischen Hochkultur geschaffen wurde, ergründeten sie das Geheimnis dieser Böden. 

Zwischenzeitlich wurde Terra Preta auch bei uns hergestellt und erprobt, zum Teil mit beachtlichen Resultaten in Form eines nachhaltig verbesserten Bodens. 

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, der sich auch im Bereich des Humusaufbaus in der Landwirtschaft engagiert, bietet auf dem Gartenbaubetrieb der Solawi Wackershofen bei Schwäbisch Hall einen Terra Preta-Workshop an, der sich insbesondere an Landwirt:innen und Gärtner:innen wendet. Neben der Vermittlung von Fachwissen soll ein Netzwerk an künftigen Herstellern von Terra Preta entstehen und nachhaltig Erde gut gemacht werden.  

Mit Margarete Sprenger konnte eine erfahrene Terra Preta – Fachfrau gewonnen werden, die als ärztlich geprüfte Naturheilkunde-Beraterin Wissen und Erfahrungen über Stoffwechselprozesse im Boden und beim Menschen teilt.  

 

Wann: 27. Juni 2026, 14 - 17 Uhr  

Wo: Solawi Hall eG, Straßenäcker 2, 74523 Schwäbisch Hall-Wackershofen

Ein Workshop zur Herstellung von Pflanzenkohle

Pflanzen bestehen zu einem großen Teil aus Kohlenstoff, den sie beim Wachstum in Form von Kohlendioxid aufnehmen. Stirbt sie, wird dieses bei der Zersetzung wieder freigesetzt und an die Atmosphäre zurückgeben. Dieser natürliche Kreislauf kann dadurch unterbrochen werden, dass die Pflanzenmasse pyrolysiert, das heißt unter Luftabschluss thermisch behandelt wird. Dabei entsteht Pflanzenkohle, die über Jahrhunderte stabil im Boden verbleiben kann und Bestandteil der im Amazonasgebiet gefundenen, äußerst fruchtbaren schwarzen Erde ist, der Terra Preta.

Doch der CO2-Entzug aus der Atmosphäre ist nur ein Aspekt. Pflanzenkohle hat darüber hinaus weitere sehr vorteilhafte Eigenschaften. Dazu gehört das gute Wasser- und Nährstoffspeichervermögen, die Unterstützung des Humusaufbaus sowie die Bodenlockerung. Wenn die enorm große, poröse innere Oberfläche der Pflanzenkohle mit Nährstoffen aufgeladen ist, trägt sie zur Ertragssteigerung bei.

Der Naturpark bietet Interessierten die Möglichkeit, im Rahmen eines Workshops zwei Möglichkeiten der Herstellung von Pflanzenkohle zu erlernen. Dabei wird zum einen mit einem Kon-Tiki gearbeitet, zum anderen mit einem Erdloch. Referent ist Walter Borst, Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Elchingen e.V. und Beirat des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine Aalen e. V.. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Boden und Humus.

 

Wann: 16.10.2026 Uhr, 14-17:00 Uhr

Wo: Bei Murrhardt-Spechtshof

Gleichgewichte und nachhaltiger Humusaufbau im Selbstversorger-Anbau

Ein gesunder Boden ist die Grundlage jeder nachhaltigen Selbstversorgung. In diesem Vortrag geht es um natürliche Gleichgewichte im Boden, den Aufbau von Humus sowie um praxisnahe Ansätze für eine zukunftsfähige Bewirtschaftung im Selbstversorger-Anbau.
Thematisiert werden die Bedeutung von Bodenleben, Wasserspeicherung und Nährstoffkreisläufen sowie konkrete Möglichkeiten, wie durch schonendes Arbeiten mit der Natur fruchtbare Böden entstehen können – im eigenen Garten, auf dem eigenen Grundstück oder auf der Streuobstwiese.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Wildobst, essbaren Bäumen und Laubmehlen und deren Rolle in nachhaltigen Anbausystemen. Der Vortrag verbindet traditionelles Kulturwissen mit modernen ökologischen Erkenntnissen und richtet sich an naturinteressierte Menschen, die ihre Flächen langfristig gesund und resilient gestalten möchten.

 

Wann: 2.11.2026, 18-20:30 Uhr

Wo: Obere Schulgasse 7 · 71540 Murrhardt

Dauer: ca. 2,5 Stunden

Kosten: 10€ Teilnahmegebühr

Praxisorientierter Fachvortrag für Landwirt:innen, Lohnunternehmen und Fachberater:innen

Bodenverdichtungen zählen zu den größten ackerbaulichen Herausforderungen unserer Zeit. Sie entstehen sowohl im Ober- als auch im Unterboden – oft unbemerkt, aber mit deutlichen Auswirkungen auf Ertrag, Befahrbarkeit und Energieverbrauch.

Böden sind Produktionsgrundlage für Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe, Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Bodenorganismen. Damit Böden fruchtbar und ertragsfähig sind, ist eine gute Bodenstruktur wichtig. Nur so können Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen den Bodenraum erschließen und nutzen. Insbesondere die humusaufbauenden Boden-Mikroorganismen benötigen Sauerstoff. Ein gut durchlüfteter, garer Boden speichert Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff, ist witterungsresilient, erwärmt sich im Frühjahr schneller, infiltriert das Wasser besser, verhindert Erosion und Nährstoffverluste.

Während dieser Veranstaltung des Naturparks zeigt Martin Haußecker vom Landwirtschaftsamt Heilbronn, vormaliger landwirtschaftlicher Energieberater und praktizierender Landwirt, wie Bodenverdichtungen entstehen, sich reduzieren oder vermeiden lassen und welche technischen sowie ackerbaulichen Maßnahmen wirksam sind. Dabei geht er sowohl konkret auf die Aspekte Radlast, Ballastverteilung und Reifenluftdruck, als auch auf die konkrete Abschätzung des Verdichtungsrisikos durch Onlinetools ein. Landwirt:innen, Lohnunternehmen und Fachberater:innen lernen, Verdichtungsrisiken zu erkennen, zu beurteilen, diesen entgegenzuwirken und erhalten konkrete Entscheidungshilfen für Bereifung, Ballastierung und Technik.

 

Wann: Donnerstag, 5. November 2026, 19:30 Uhr

Wo: online


Ansprechperson

Sie interessieren sich für das Projekt? Nehmen Sie Kontakt mit der Naturpark-Geschäftsstelle auf.


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